Biographie:

 

Klaus Wilhelm Prior wird am 28. Juli 1945 in Wesel, Deutschland, geboren.

In den letzten Monaten des Zweiten Weltkriegs wird seine Heimatstadt durch starke Bombardierungen fast vollständig zerstört. Die Nachkriegszeit und die dramatische Atmosphäre des Wiederaufbaus prägen Priors Kindheit.

Nach den obligatorischen Schuljahren absolviert er in einer Turbinenfabrik in Wesel eine Lehre als Präzisionsmechaniker, die er mit dem Diplom abschliesst.

Schon in sehr jungen Jahren interessiert er sich für Kunst und erhält von erfahrenen lokalen Malern erste Anleitungen.

Anfang 1964 siedelt er in die Schweiz um, wo er in verschiedenen metallverarbeitenden Betrieben arbeitet; durch den engen Kontakt mit dem Fabrikleben lernt er die multiethnische Welt der Arbeiter kennen.

In diese Zeit fallen seine ersten autodidaktischen Experimente als Maler. 1967 spezialisiert er sich in Maschinenbau und reicht gleichzeitig ein Gesuch zur Umschulung als Stickereientwerfer ein; das von der Fremdenpolizei abgelehnt wird.

Im Jahre 1968 besucht er an der Kunstgewerbeschule Sankt Gallen Abendkurse für Malerei und Zeichnen.

1970 zieht er ins Tessin. Aus der Beschäftigung mit der bildenden Kunst entsteht ein Werk, in dessen Mittelpunkt der Mensch steht, den Prior immer wieder von verschiedenen Blickwinkeln aus betrachtet.

Die Leidenschaft für die Malerei hält an, doch gleichzeitig macht der Künstler in dieser Schaffensphase eine tiefe Lebenskrise durch, in deren Verlauf er das bisher geschaffene Werk teilweise in Frage stellt.

Im Tessin kommt er in Kontakt mit verschiedenen Künstlern, darunter Nag Arnoldi, Edmondo Dobrzansky, Felice Filippini und Georg Pielmann. In den siebziger und achtziger Jahren findet ein Teil seines malerischen Werkes über den Kunsthandel zahlreiche Käufer. Häufige Reisen in Europa und in die Vereinigten Staaten geben ihm die Möglichkeit, viele Meisterwerke der Kunst in den grossen Museen oder bei Ausstellungen kennen– und schätzen zu lernen.

Nach fast zwei Jahrzehnten im Tessin erlangt Prior 1989 die Schweizerische Staatsbürgerschaft.

Während einiger Jahre ist er aktives Mitglied der Gesellschaft Schweizerischer Maler, Bildhauer und Architekten. In den frühen neunziger Jahren macht er erste Versuche als Bildhauer; nach verschiedenen technischen Experimenten mit synthetischen Materialien und Bronze wählt er Holz als seinem bevorzugten Werkstoff. Mit der Kettensäge schafft er Holzskulpturen von grosser Ausdruckskraft, dramatische, der eigenen Innenwelt zugewandte Figuren, die auch durch ihre polychrome Oberfläche bestechen.

Prior zeigt sein Werk in zahlreichen Einzelausstellungen in den Vereinigten Staaten, in Deutschland, Italien, Spanien und der Schweiz. Dabei lassen sich sowohl seine bildhauerische Entwicklung als auch der Vertiefungsprozess in der Malerei verfolgen.

Der Künstler lebt und arbeitet als Maler und Bildhauer in Lugano und im Piemont.