Ausstellungstext

 

Dienten der Eisenplastikerin Martina Lauinger früher Schrott und Alteisen als Werkstoff, wählt die Künstlerin heute meist ungebrauchte Ausgangsmaterialien, zum Beispiel neue Leitungsrohre, die sie aufschneidet, verformt und neu verschweißt. Die Auseinandersetzung mit den Körperformen und deren Hauptthematik dick–dünn, stand lange Zeit im Zentrum ihrer Arbeiten. Im Jahre 2004 erweiterte sie die Spannbreite ihres Themenspektrums um das Thema der sozialen Beziehung. In den Plastiken der Paarserie, in welcher sich die Künstlerin der Beziehungsspiegelung widmet, treffen wir auf Paare, welche einmal eng umschlungen, mal einander zugewandt oder gar einander abgewandt stehen. Durch eine kurze Berührung in Bewegung gesetzt, wird der Betrachter Zeuge ihrer Eigendynamik. An Zwiegespräche zwischen den Paaren erinnern nicht nur die individuellen Bewegungen, sondern auch die erklingenden Laute, der sich aneinander reibenden Eisenplastiken. In ihren neuesten Arbeiten, den „Chromosomen“ wagt sich die Eisenplastikerin an die aktuelle Thematik der Gentechnik, gibt Denkanstösse und beweist einmal mehr, dass sie unbequeme Problemstellungen nicht scheut. Die Wahl ihrer Themen und der Umgang mit dem Werkstoff Eisen überzeugen und weisen nebst Kontinuität eine beachtliche eigene Identität aus. In der technischen Umsetzung ihrer Idee sucht die Künstlerin in ihren Werken immer die Möglichkeit der Reduktion auf das Wesentlichste. Trotz dieser Reduziertheit wirken ihre Plastiken nie statisch oder hart auf den Betrachter. Die Weiterentwicklung ihrer skulpturalen Ideen findet auch in Druckgraphiken und Radierungen ihren Ausdruck. Martina Lauingers Plastiken greifen die Bewegungen in Franziska Ewalds Bildern auf, transportieren ihr Geschehen in den dreidimensionalen Raum, um dort den Betrachter mit neuen Fragen zu konfrontieren.

 

 

Ausstellungen (Auswahl ab 2000)

2006      «und...Münsingen.2006» Skulpturenausstellung (bis 22. Oktober, Katalog)

            «Bad Ragartz» Schweiz. Triennale der Skulptur, Bad Ragaz und Vaduz

             «Secret Gardens», Botanischer Garten Bern, Jahresausstellung der SGBK  Bern,

             ArtPositon06, Payerne

            Art-House Kunstforum & Galerie - Thun  (zusammen mit Franziska Ewald)

2005      15. Kunstmesse Frauenmuseum Bonn (D) (juriert, Katalog)

            Metallsymposium Höhenbrandalm, Kelchsau (Österreich)

            «Begegnungen – Rencontres», Skulpturenweg Nidau-Port (Katalog)

            Art-Positon05, Murten

2004      «Schrott-BOX», Kunstausstellung Schrottplatz Kaufmann Thörishaus

            Open Ateliers (organisiert vom Kunstmuseum Thun), Münsngen

2003      13. Kunstmesse im Frauenmuseum Bonn (D) (juriert, Katalog)

            Ausstellung Künstlerwettbewerb  Kunststadt  Zell a.H. (D / Galerie am  Storchenturm)

            17. Kunstausstellung Gemeinde Rielasingen (Deutschland)

2002      Petite Biennale du Métal» – Galerie in der Haula, Gurmels

2000      Galerie Riedli, Belp / Bern  (zusammen mit Sam Thöni und Ursula Weibel)

            «Zeltplatz», Künstlerinnenaktion, Marche Mondiale des Femmes, Bern / Biel /  Basel

Preise und Auszeichnungen

2003      Hauptpreis Künstlerwettbewerb Stadt Zell a.H. (D)  

             Trudy-Schlatter-Preisträgerin 2003, Auszeichnung für das Projekt  FrauenWerken

 

Publikation:

Martina Lauinger:  „Alles Schrott? – ein Werkbuch zum Gestalten mit Altmetall“, Mai 2002,
Verlag Paul Haupt  Bern,  ISBN: 3-258-06293-5

 

Bibliographie

«und...Münsingen.2006»,  Katalog Skulpturenausstellung

«Ragartz», Katalog Skulpturentriennale Bad Ragaz und Vaduz 2006

Frauenmuseum Bonn, Katalog 15. Kunstmesse,   ISBN: 3- 928239-95-3

"Begegnungen – Rencontres", Broschüre Skulpturenweg Nidau-Port

Frauenmuseum Bonn, Katalog 13. Kunstmesse,   ISBN: 3-258-06293-5

 

 

 

 

Vita Martina Lauinger

 

1962      geboren in Singen / Htwl. (D)

1988      Umzug in die Schweiz

1993      Aufbau eines eigenen Metallateliers in Bern

1996      Start der freiberuflichen Tätigkeit als Eisenplastikerin

             und Kursleiterin mit Atelier und Kurswerkstatt in Burgdorf,

ab 2001  in Münsingen

Mitglied: SGBK  und Sculpture Network e.V.

 

www.lauinger.ch

Martina Lauinger - Eisenobjekte