Franziska Ewald:  Malerei  (8.April -  6.Mai 2006)

 

Die Künstlerin Franziska Ewald reflektiert in ihren Arbeiten die innere Verletzlichkeit des Menschen und dessen Beziehung zu einer Welt, die geprägt ist durch Schnelllebigkeit und Konsum. Zwei genauer betrachtete Bilderthemen bilden den Schwerpunkt ihres Ausstellungsteils. Einerseits steht mit dem Akt ein traditionelles Thema im Zentrum, der anderseits durch die ungewohnte Darstellungsweise und Farbgebung der Künstlerin, neue Sichtweisen im Betrachter herausfordert. Fernab jeglichen Klischees, entdecken wir in ihren Akten nicht lustvoll posierende Modelle, sondern anonyme Körper, teils nur deren  Fragmente. Trotzdem wirkt ihre Arbeit am Akt wie ein Dialog auf den Betrachter. Es sind emotionale Momente, welche die Künstlerin in ihren Werken vermittelt. Mit ihrer scheinbaren Unschärfe und Verzerrtheit erreicht sie in ihren Bildern substanzielle Dichte und Aussage. Mittels einem ihr eigenen zurückhaltenden Farbrhythmus, erarbeitet Franziska Ewald einen Modus an Bildlichkeit, der durch seine Fragilität überzeugt. Demgegenüber steht eine Gruppe von Hölzern, welche die menschliche Figur und deren Fragilität wieder aufnehmen. Andererseits beschäftigt sich die Künstlerin mit der Werkgruppe der Verhüllenden,  die sich nicht, wie auf den ersten Blick zu denken wäre, mit vordergründiger Ästhetik, sondern mit der gesellschaftspolitischen Frage nach der „vermeintlichen Freiheit“ des Einzelnen  beschäftigt. Die Figuren in diesen großformatigen Werken, wenden sich vom Betrachter ab und strahlen dadurch eine gewisse Unnahbarkeit aus. Ihre Darsteller sind zugleich Schutzsuchende, wie auch nach Autonomie strebende Wesen, die ihren Weg zur eigenen Identität suchen. Franziska Ewald‘s Arbeiten lassen Parallelen zur Leipziger Schule erahnen, zu der Künstler wie Hans Aichinger und Mathias Perlet gehören. Ihre Arbeiten überzeugen aber letztendlich durch eine eigenständige Sichtweise, die auf unsere innere wie äußere Verletzlichkeit aufmerksam macht.