...wie Blüten steigen die verletzten Körper aus dem in Blau getauchten Farbgrund empor, ranken ihre tänzerischen Körper zueinander, verbinden sich zu Paaren, die sich gegenseitig zu enthüllen scheinen. Die aus Thun stammende und nun abwechselnd in Zürich, Columbia und New York lebende Künstlerin Therese Pfeifer, arbeitet in ihren Bilderwelten mit der Imagination. Sie setzt androgyne Schaufensterpuppen, meist auch nur deren Torsos ein, um die Vulnerabilität des Menschen sichtbar zu machen. Die fehlenden Körperglieder der Puppen erinnern und mahnen an die Unvollkommenheit des Menschseins. Die Mannequins stehen oft im Dialog miteinander, wobei sich unter ihnen stets Individuen befinden die ihren eigenen, persönlichen Weg suchen oder aus der bestehenden Gruppe ausgeschlossen sind. Denn Puppen, nackt und nicht ganz unversehrt, begegnet man in verschiedenen Umgebungen, sie bewegen sich in Landschaften, sind Teil ihrer oder werden zu Hauptakteuren in Alltagsszenen. Wie der Mensch selbst, zeigen sie Verletzbarkeit, spielen Rollen, werden zum Mahnmal einer Gesellschaft die sich zu oft nur an gesunden Körpern orientiert, selbst aber stets verwundbar ist und deren Existenz sich einmal mehr über das Konsumdenken definiert. Therese Pfeifers Arbeiten sind zeitkritische, poetische und leidenschaftliche Bekenntnisse einer Künstlerin mitten aus dem Leben...
Auszug aus dem Ausstellungstext, Sandra Marti, Galeristin
Therese Pfeifer „wir waren einmal“
austellung: 6. juni – 4. juli 2009
vernissage: samstag 6. juni ab 17h