Zeit, ein Kontinuum von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, ist geprägt von Erscheinungsformen des Nacheinander und „Durcheinander“. Empirisch zwar messbar, ist Zeit zugleich aber abstrakter Raum, welcher von Erinnerung und Geschichte einerseits und Hoffnung und Antizipation andererseits erlebt wird. Ereignisse, Entscheidungen und Veränderungen im Leben ermöglichen, die Zeit und Zeiträume zu identifizieren und wahrzunehmen.
Die Installation ist eine Reflektion über den subjektiven Ablauf der Zeit im Gefängnis.
Das Gefängnis ist ein endlicher Entscheidungsraum, Veränderungen finden kaum statt,
und die psychologische, erlebnisbezogene Zeit ist eingeschränkt. Daraus folgt eine
im Vergleich zum Leben in Freiheit veränderte Wahrnehmung von Zeit und Zeitbewusstsein.
Zeit erscheint abstrakt und invariant; sie findet, wie bei einem Kind, mehrheitlich
in der Gegenwart statt. Vergangenheit und Zukunft scheinen zunehmend surreal, verdeckt,
zugefaltet oder eben zerfaltet. Vergangenheit und Zukunft können aber auch entfaltet
werden. Anhand ihrer faszinierenden Installations-
In der Installation ist nicht nur die Zeit zerfaltet, sondern ebenso die Protagonisten.
Da hat es Falten und Knicke im Papier, welches in dieser Ausstellung allgegenwärtig
ist; selbst die Träume der gefangenen Person sind aus Papier. Schliesslich sind auch
die Schicksale, die ‚Falten’ im Leben der Angeschuldigten und der Opfer auf Papier
in Akten und Dossiers festgehalten. Diese werden irgendwann zu Fällen mutieren, mit
präzisen Verurteilungen oder Freisprüchen, die dann wiederum zerlegt, entfaltet und
wieder ge-
art-
installation im alten gefängnis auf dem schlossberg thun
ausstellung: 27.10.2009 bis 8.11.2009
geöffnet: mi-
