In seiner aktuellen Bilderserie „Spiegelungen“ knüpft der Künstler Jakob Jenzer inhaltlich an die im Jahr 2008 begonnene Bildumsetzung an. Die neu entstandenen, zum Teil grossformatigen Werke, greifen in ihrer Farbigkeit Erinnerungen an seine Indienaufenthalte auf und können durchaus als künstlerische Nachbearbeitung dieser Eindrücke verstanden werden. Der Kolorit in Jenzers Arbeiten wechselt hierbei je nach gewählter Bildstimmung zwischen einer elektrisierenden Buntheit und meditativ anmutenden Monochromie. Gerade in seinen formal stilleren Bildern ist der meisterlichen Umgang, das Gespür des Künstlers, den Betrachter in diese ihm fremde Welten zu entführen, omnipräsent. Die zart gemalten Pflanzenmotive erinnern an das Dickicht der Lotusblätter, stark strukturierte Verdichtungen an geschäftiges Treiben und der Gelb-Violette Bildgrund lässt den Gewürzduft erahnen, und doch sind Jenzer’s Bilder mehr als Stimmungsträger, sie zeugen von Erlebtem und von Kontemplation.
Jenzer ist ein Wanderer, ein Reisender, seine Heimat die Malerei. Gekonnt erkundet er die Grenzen zwischen Figuration und Abstraktion. Arbeitet er hier detailliert, mit zeichnerischen Elementen, verblüfft er im nächsten Augenblick dort durch das rein Malerische. All dies ist Jenzer. Das Urbane, die ewige sich vernetzende Stadt ist ihm dabei genau so nah wie die unermessliche Weite. Seine Arbeiten erfordern Distanz und Nähe im Betrachten gleichermassen. Wiedererkennbar sind die zeichnerischen Formen. Die ineinander greifende Raumstruktur bleibt spürbar und durch den immer gleich gehaltenen Horizont im Bild fassbar. So mutet den Werken Jenzer’s was Essentielles, Organisches an, die Formen scheinen aus sich heraus zu wachsen...